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Hanfprotein – das perfekte pflanzliche Protein

Als Hanf wird eine Gattung der Cannabis-Pflanze bezeichnet, die verschwindend geringe Mengen des psychoaktiven Inhaltsstoffes Tetrahydrocannabinol (THC) enthält. Kaum eine andere Nutzpflanze bietet so vielseitige Verwendungsmöglichkeiten wie Hanf. Hanffasern werden für die Herstellung von Papier und Textilien verwendet und einige Autohersteller und Bauunternehmen verwenden Komposit-Materialien mit Hanffasern. Aus der vergorenen Pflanze lässt sich zudem auch Biodiesel herstellen.

Hanfsamen bilden den wertvollsten Bestandteil dieser unglaublichen Pflanze, denn sie sind ein äußerst gesundes Nahrungsmittel. Sie können verarbeitet oder pur genossen werden. Man kann aus Hanfsamen auch eine Art Pflanzenmilch herstellen. Durch Kaltpressung wird aus Hanfsamen Speiseöl gewonnen, das reich an mehrfach ungesättigten Fettsäuren ist. Das gepresste Pflanzenmaterial, das bei diesem Prozess anfällt, kann anschließend zermahlen und zu Proteinpulver weiterverarbeitet werden.

Hanfprotein ist ein hochwertiges Nahrungsergänzungsmittel und erfreut sich bei immer mehr Konsumenten großer Beliebtheit, denn dieses pflanzliche Protein ist sehr bekömmlich und steckt voller wertvoller Inhaltsstoffe.

Ein vollständiges Protein

Ganz ähnlich wie Soja und andere Hülsenfrüchte sind Hanfsamen eine hervorragende Proteinquelle, denn sie enthalten alle 21 Aminosäuren.  Darunter befinden sich auch alle neun essenziellen Aminosäuren, die der Körper nicht selbst synthetisieren kann und die mit der Nahrung aufgenommen werden müssen. Hanf birgt aber, im Gegensatz zu Soja, nicht das Risiko, genetisch modifiziert worden zu sein. Hanfpflanzen sind zudem äußerst robust und anspruchslos und erfordern selten den Einsatz von Pestiziden, Unkrautvernichtern oder chemischen Düngemitteln. Hanf eignet sich daher besonders gut für den biologischen Anbau und Hanfprotein stellt eine besonders umweltfreundliche und sichere Proteinquelle dar.

Zwei Esslöffel Hanfproteinpulver enthalten etwa 15 Gramm reines Protein. Aber nicht nur die enthaltene Menge an Protein macht das Proteinpulver so wertvoll. Eine Portion Hanfprotein enthält auch die sogenannten verzweigtkettigen Aminosäuren (BCAA) Leucin, Isoleucin und Valin. Etwa 35% der Muskelfasern bestehen aus diesen Aminosäuren und sie werden, anders als die restlichen Aminosäuren, nicht in der Leber, sondern direkt in den Muskeln verstoffwechselt. Diese Aminosäuren sind daher ein wichtiger Energielieferant für die Muskelzellen. Sie stimulieren ebenfalls die Insulinausschüttung und normalisieren die Konzentration der Aminosäure Tryptophan, einer Vorstufe des Stimmungshormons Serotonin. BCAAs erhalten auch die Muskelsubstanz, weshalb sie für Sportler und Athleten von großer Bedeutung sind.

Hanfprotein besteht zu einem großen Teil aus Edestin und Albumin, zwei leicht verdaulichen Proteinen voller essenzieller Aminosäuren. Diese Proteine steuern die Funktion von Enzymen im Blutplasma und die Antikörperbildung und sind daher für ein starkes Immunsystem besonders wichtig. Das Profil der Aminosäuren von Hanf ähnelt dem Profil von Soja und Hühnereiweiß und enthält besonders viel Arginin. Es wird daher als ein sehr hochwertiges Protein angesehen.

Sportler greifen meistens auf Proteinpulver zurück, um mehr Muskelmasse aufzubauen. Hanfprotein ist dabei eine ausgezeichnete Wahl, den außer Protein enthält es zahlreiche weitere Nährstoffe. Darüber hinaus ist es, wie weiter oben erwähnt, ein unbedenkliches Lebensmittel, welches ruhigen Gewissens konsumiert werden kann. Bei der Verarbeitung der Hanfsamen zu Hanfprotein verbleiben gesunde Bestandteile der Samen wie Mineralstoffe, Vitamine und ungesättigte Fette im Endprodukt.

Sportler

Hanf hilft beim Muskelaufbau

Verwendungstipps

 Die einfachste Art, um Hanfprotein zu konsumieren, ist das Anmischen eines Getränks mit Wasser. Das Pulver kann auch zusammen mit Früchten und  Pflanzenmilch im Mixer zu einem Drink verarbeitet werden. Da manche den Geschmack von Hanfprotein etwas bitter finden, ist das Zugeben von Früchten wie Banane oder Beeren eventuell eine gute Idee.

Darüber hinaus kann Hanfprotein auch als Zutat von festen Speisen verwendet werden. Dazu einfach ein oder zwei Löffel Hanfprotein beim Frühstück mit in die Haferflocken oder das Müsli geben. Das Pulver eignet sich auch zum Untermischen in Suppen und kann beim Backen herkömmliches Mehl aufwerten, indem man ein Viertel Mehl durch Hanfproteinpulver ersetzt.

Smoothie

Smoothie mit Hanfprotein

Weitere Vorzüge von Hanfprotein

Botanisch handelt es sich bei Hanfsamen um eine Nuss und Hanfsamen enthalten etwa 30% Fett. Hanfproteinpulver enthält etwa 10-12% Fett in Form von Omega-3 und Omega-6 Fettsäuren in einem gesunden Verhältnis von 3:1. Hanf enthält auch die seltene Gamma-Linolensäure (GLA). Diese essenziellen Fette sorgen dafür, dass Hanf eine so hervorragende Energiequelle ist, die nebenbei Heißhunger und Entzündungen vorbeugt und die Blutzirkulation ankurbelt.

Darüber hinaus enthalten 30 Gramm Hanfprotein 8 Gramm Ballaststoffe, was etwa einem Drittel der täglich empfohlenen Verzehrmenge entspricht. Es existieren auch Hanfproteinpulver mit extra hohen Ballaststoffanteilen. Hanf verfügt dabei über sowohl wasserlösliche als auch wasserunlösliche Ballaststoffe und beide Arten reinigen den Dickdarm, helfen bei Verstopfung und entgiften den Körper.

Dieses pflanzliche Protein enthält Antioxidantien und Chlorophyll, die Vitamine B1, B3 und B6, Magnesium, Phosphor und Eisen. Hanfprotein ist sehr bekömmlich und wird leichter verdaut als andere Proteinpulver aus Getreide, Nüssen oder Hülsenfrüchten, denn es enthält keine Trypsin-Inhibitoren oder Oligosaccharide, die andere pflanzliche Proteine so schwer verdaulich machen. Außerdem macht Hanfprotein lange satt und mindert den Appetit auf süße Snacks.

Biologisch zertifiziertes Hanfprotein ist vegan, glutenfrei und ohne Gentechnik hergestellt. Es ist frei von Zucker, gesättigten Fettsäuren, Trans-Fetten, Cholesterin und THC. Hanf ist eine gute Alternative für Menschen mit Unverträglichkeiten gegenüber Nüssen, Gluten, Laktose und Zucker. Allergien auf Hanfprodukte sind bisher keine bekannt.

Nutzhanf

Nutzhanf

Hanfprotein gegen PMS und Osteoporose

Etwa 80% aller Frauen im gebärfähigen Alter leiden unter den körperlichen oder psychischen Symptomen des Prämenstruellen Syndroms. Die damit verbundenen Beschwerden werden höchstwahrscheinlich durch eine erhöhte Sensibilität gegenüber dem Hormon Prolaktin ausgelöst. Bei Frauen, die unter PMS leiden, wird Omega-6-Fettsäure, oder Linolsäure, oft nicht in Gamma-Linolensäure (GLA) umgewandelt. Das kann einen Mangel an GLA zur Folge haben. Laut Forschung reagieren Frauen mit niedrigen GLA-Werten empfindlich auf das Hormon Prolaktin, welches mit schmerzenden Brüsten in Verbindung gebracht wird. Die in Hanfsamen enthaltene Gamma-Linolensäure (GLA) wird im Körper in Prostaglandin umgewandelt, welches die Effekte von Prolaktin hemmt. In einer Studie beobachteten Frauen, die jeden Tag 210 mg GLA zu sich nahmen, eine deutliche Abschwächung der Symptome von PMS. Eine gezielte Einnahme dieser Aminosäure, die auch in Hanfprotein enthalten ist, linderte dabei Krämpfe, Ziehen in der Brust, Depressionen, Gereiztheit und Wassereinlagerungen.

Ein Mangel an den Fettsäuren Gamma-Linolensäure und Eicosapentaensäure wurde in Studien auch mit erhöhtem Knochenschwund in Verbindung gebracht.

Leckerbissen Hanfsamen

Leckerbissen Hanfsamen

Frauen über 65, die an Osteoporose litten, nahmen in einer Studie Gamma-Linolensäure und Eicosapentaensäure als Nahrungsergänzungsmittel ein und zeigten nach drei Jahren weniger Verlust an Knochenmasse, als eine Vergleichsgruppe, die ein Placebo einnahm. Bei vielen der Frauen nahm die Knochendichte sogar zu. Daher bietet sich Hanfprotein auch als vorbeugende Maßnahme an, um Osteoporose zu verhindern.

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