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Pflanzliche Öle – bedenklich für Körper und Umwelt

Pflanzliche Öle werden allgemein als “gesund” wahrgenommen; Institutionen wie die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) empfehlen den Verzehr von pflanzlichen Ölen, da diese im Gegensatz zu tierischen Fetten ungesättigte Fettsäuren enthalten.

Allerdings wurde durch zahlreiche Studien mittlerweile belegt, dass pflanzliche Öle ernste gesundheitliche Schäden verursachen können.

Pflanzliche Öle sind stark verarbeitete Nahrungsmittel und die Zusammensetzung der Fettsäuren in diesen Ölen hat mit der Zusammensetzung von natürlichen Nahrungsmitteln, die der Mensch im Laufe der Evolution konsumiert hat, nichts mehr gemein. Die industrielle Produktion von Nahrung ist relativ neu für den Menschen und stark verarbeitete, pflanzliche Öle werden erst seit etwa 100 Jahren hergestellt.

Olivenöl

Olivenöl

Pflanzliche Öle sind nicht natürlich

Pflanzliche Öle wie Rapsöl, Palmöl, Sojaöl, Sonnenblumenöl, Maiskeimöl oder Distelöl werden aus den Samen der Pflanzen gewonnen und enthalten große Mengen an mehrfach ungesättigten Omega-6-Fettsäuren, die den Organismus in größeren Mengen schädigen.

Rapsöl

Rapsöl

Der Herstellungsprozess von pflanzlichen Ölen funktioniert nicht ohne das Pressen und Erhitzen der Samen sowie die Zufügung von Chemikalien und giftigen Lösungsmitteln wie Hexan und Leichtbenzin. Das erhaltene Rohöl wird anschließend entschleimt, entsäuert, gebleicht und geruchsneutral gemacht; dieser Prozess wird allgemein als Raffination bezeichnet und entfernt aus dem Rohöl alle Vitamine und Spurenelemente und macht es lange haltbar.

Kaltgepresste Pflanzenöle werden schonender gewonnen und wer ein Speiseöl erwerben möchte, dass ohne chemische Lösungsmittel hergestellt worden ist, sollte unbedingt auf zertifizierte Bio-Produkte zurückgreifen; allerdings enthalten auch diese Öle einen Überschuss an Omega-6-Fettsäuren und sind zudem sehr instabil, das heißt sie werden schnell ranzig. Die einzigen Ausnahmen bilden hier Olivenöl, Kokosöl und Avocadoöl, deren spezielle Fettsäuren-Zusammensetzung diese Öle wesentlich stabiler macht.

Öl-Manufaktur

Öl-Manufaktur

Es gibt zwei Arten von essenziellen Fettsäuren, die der Körper nicht selber synthetisieren kann, nämlich die erwähnten Omega-3 und Omega-6-Fettsäuren. Diese können nur über die Nahrung aufgenommen werden, allerdings ist das Verhältnis der beiden Fettsäuren zueinander von Bedeutung.

In der Vergangenheit lag das Verhältnis von mit der Nahrung aufgenommenen Omega-3 und Omega-6-Fettsäuren bei 4:1 bis 1:2. Heute liegt es durchschnittlich bei 16:1, mit hohen individuellen Schwankungen. Diese Fettsäuren sind nicht nur einfache Energielieferanten für die Zellen, sondern sie spielen auch bei der Funktion des Immunsystems eine vitale Rolle. Ist das Verhältnis von Omega-3 und Omega-6-Fettsäuren aus dem Gleichgewicht geraten, kann das ernste Folgen haben.

Da diese Fettsäuren mehrfach ungesättigt sind, verfügen sie über zwei oder mehr Doppelbindungen und reagieren sehr leicht mit Sauerstoffatomen, was zu einer Art Kettenreaktion führt und lebenswichtige Strukturen im Körper, wie die DNA, schädigen kann. Die Fettsäuren werden meist in den Zellmembranen eingelagert und führen dort zu oxidativen Reaktionen, welche die Strukturen der Zellmembranen und der Fettspeicher im Körper verändern.

Pflanzliche Öle fördern Entzündungen

Omega-3 und Omega-6-Fettsäuren produzieren im Körper sogenannte Eicosanoide, das heißt modifizierte Fettsäuren, die in den Zellmembranen gelagert werden. Dort spielen die hormonähnlichen Substanzen eine wichtige Rolle in der Zellkommunikation, bei der Immunabwehr und bei Entzündungsprozessen. Medikamente wie Aspirin oder Ibuprofen hemmen die Verknüpfungen der Eicosanoide und lindern so schmerzhafte Entzündungsprozesse.

Obwohl eine akute Entzündung dem Körper dabei helfen kann, eine Verletzung zu heilen, ist eine chronische, allgemeine Entzündung des Körpers sehr gefährlich und führt zu Erkrankungen wie Herz-Kreislauf-Störungen, Arthritis, Depression und sogar Krebs. Im Allgemeinen fördern die Eicosanoide aus Omega-6-Fettsäuren Entzündungen, während Eicosanoide aus Omega-3-Fettsäuren entzündungshemmend wirken. Daher benötigt der Körper auch mehr Omega-3-Fettsäuren, je mehr Omega-6-Fettsäuren er aufnimmt und umgekehrt. Viel Omega-6 und wenig Omega-3 birgt ein vorprogrammiertes Risiko, aber genau so ernähren sich viele Menschen gegenwärtig.

Pflanzliche Öle enthalten Transfettsäuren

Transfettsäuren sind Fettsäuren, die chemische verändert wurden, damit sie bei Raumtemperatur eine feste Konsistenz annehmen.

Diese Fette sind äußerst schädlich und stehen in engem Zusammenhang mit einem erhöhten Risiko für Arteriosklerose, Schlaganfall, Krebs, Diabetes und Übergewicht. Regierungen weltweit haben mittlerweile Schritte eingeleitet, um die Lebensmittelindustrie dazu zu bringen, den Einsatz von Transfetten einzuschränken. In Deutschland sind diese allerdings weiterhin zulässig und es besteht keine besondere Kennzeichnungspflicht. Bei Produkten, die lange haltbar sind und deren Inhaltsangabe gehärtete Fette auflistet, kann man allerdings mit Sicherheit davon ausgehen, dass diese die giftigen Transfettsäuren enthalten.

verpacktes Essen in Regalen

Viele Lebensmittel enthalten Transfette

 

Weniger bekannt ist jedoch, dass auch pflanzliche Speiseöle wesentliche Mengen an Transfettsäuren enthalten. In Untersuchungen wurde inzwischen festgestellt, dass zum Beispiel deutsches Rapsöl bis zu 4,6% Transfettsäuren enthält. Rapsöl ist mit Abstand das beliebteste Speiseöl hierzulande, pro Jahr werden davon etwa 80 Millionen Liter verkauft.   Wer allerdings den Konsum von Transfetten vermeiden möchte, sollte neben industriellen Backwaren und Keksen aus dem Regal auch auf raffinierte pflanzliche Öle verzichten.

Pflanzliche Öle sind bedenklich für die Umwelt

Pflanzliche Öle haben ähnlich schädliche Wirkungen auf die Umwelt wie Mineralöle. Sie können auch leicht ranzig werden und Nahrungsmittel damit ungenießbar machen. Pflanzenöle, die in die Umwelt gelangen, können Strände verschmutzen, Wasseraufbereitungsanlagen verstopfen und sind entzündbar. Wie Mineralöle können sie Tiere und Pflanzen mit einem Ölfilm bedecken und ersticken. Toxische Produkte aus Pflanzenöl belasten die Umwelt für viele Jahre. Speiseöl sollte daher nicht einfach in den Abfluss gekippt werden, sondern es wird empfohlen, dieses einer Entsorgungsstelle zu übergeben.

Neben der Entsorgung von pflanzlichen Ölen ist auch die landwirtschaftliche Erzeugung der Nutzpflanzen problematisch. Ölpalmen, deren Anbau sich in den vergangenen Jahrzehnten aufgrund der starken Nachfrage nach Palmöl extrem ausgeweitet hat und weltweit Regenwälder durch Abrodung bedroht, gelten mittlerweile als ernsthafte Umweltkatastrophe. Fast jedes zweite Supermarktprodukt in Deutschland enthält mittlerweile Palmöl, darunter die meisten verarbeiteten Lebensmittel und alle herkömmlichen Wasch- und Reinigungsmittel. Die riesigen Monokulturen in tropischen Gebieten, insbesondere in Indonesien und Malaysia, bedrohen dabei die Artenvielfalt, denn nur 15% der Regenwald-Arten kann auf den Ölpalmen-Plantagen überleben. Eine weitere Folge ist eine verstärkte Bodenerosion und die Verschmutzung von Böden, Luft und Gewässern durch Düngemittel und Pestizide. Bei der Palmölgewinnung entstehen große Mengen an toxischen, übersäuerten Abwässern, die in der Regel in anaerobe Bäche und Teiche geleitet werden und das Ökosystem schädigen sowie das Trinkwasser verschmutzen. Die Abfallprodukte aus den Palmölmühlen setzen zudem Treibhausgase wie Kohlenstoffdioxid und Methan frei.

Ölpalmen-Monokultur

Ölpalmen-Monokultur

 

Ein Ersatz für Palmöl in der Produktion von industriellen Gütern und Nahrungsmitteln ist derzeit kaum vorstellbar – andere Öle wie Rapsöl sind bei weitem nicht so einfach chemisch veränderbar und lange haltbar. Um den Bedarf an Palmöl durch andere Öle wie Raps-, Soja-, Sonnenblumen- oder Kokosöl zu decken, wären noch größere Anbauflächen nötig. Nur durch eine konsequente Senkung der Nachfrage könnte der weltweite Palmölbedarf zurückgefahren werden.

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